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Wärmepumpen-Fußbodenheizung zum Nachrüsten 🌡

Ein Teppich, der heizt. Ein Fenstergerät, das ihn antreibt. Null Umbau.

Samstag, 7 Uhr, Altbau

Du stehst auf. Der Holzboden ist so kalt, dass du unwillkürlich zurückzuckst. Die Gasheizung läuft seit Stunden, aber die Wärme hängt irgendwo unter der Decke. Deine Füße wissen davon nichts. Du bist Mieter. Du kannst keine Fußbodenheizung einbauen. Du kannst keine Wärmepumpe installieren. Du kannst – laut Mietvertrag – nicht mal ein Loch in die Außenwand bohren.

43 Prozent der Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1979 gebaut. Millionen Mietwohnungen, in denen die Heizwärme aus Radiatoren kommt, die an einer Wand hängen und die Luft in Kopfhöhe erwärmen. Während der Boden kalt bleibt. Während die Stromrechnung für den elektrischen Heizlüfter wächst. Während draußen jeder zweite Neubau selbstverständlich mit Fußbodenheizung und Wärmepumpe ausgestattet wird.

Was, wenn die Lösung nicht im Keller eingebaut werden muss – sondern aus dem Fenster hängt?

Die Maschine am Fensterbrett

Das Prinzip ist fast ärgerlich einfach. Nimm ein Monoblock-Splitgerät – ähnlich wie die Midea Porta Split, die sich Millionen Menschen weltweit vors Fenster klemmen, um ihre Wohnung zu kühlen. Diese Geräte brauchen keinen Außenmonteur, keinen Wanddurchbruch, keine Genehmigung. Fenster auf, Gerät einhängen, Fenster schließen. Stecker rein. Fertig.

Jetzt der entscheidende Twist: Statt kalte oder warme Luft in den Raum zu blasen, pumpt dieses Gerät temperiertes Wasser durch einen flachen, wasserführenden Teppich, der auf dem Boden liegt. Kein Gebläse. Kein Luftzug. Stattdessen: Strahlungswärme von unten, gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt – genau wie bei einer echten Fußbodenheizung.

Übrigens: Statt eines separaten Fenstergeräts kann der Teppich auch direkt an ein Smarteste Fenster angeschlossen werden – die Wärmepumpe steckt dort bereits im Rahmen.

Warum das mehr ist als ein Heizlüfter mit Schlauch

Der Unterschied steckt in einem einzigen Wort: Wärmepumpe. Ein elektrischer Heizlüfter wandelt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme um – Wirkungsgrad 100%, klingt gut, ist aber das physikalische Minimum. Eine Wärmepumpe holt sich Wärme aus der Außenluft und überträgt sie nach innen. Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 4 kWh Wärme. Das Gerät am Fenster arbeitet also drei- bis viermal effizienter als jede Elektroheizung.

Und dann die Physik der Fußbodenheizung selbst: Weil die Wärme von unten kommt und über eine große Fläche abgegeben wird, reichen niedrige Vorlauftemperaturen von 25 bis 35 °C. Radiatoren brauchen 55 bis 70 °C, um einen Raum zu heizen. Niedrige Temperaturen bedeuten: Die Wärmepumpe arbeitet in ihrem Effizienz-Sweetspot. Weniger Strom für mehr Behaglichkeit.

Im Sommer einfach umdrehen

Jede Wärmepumpe kann kühlen. Das ist keine Zusatzfunktion, das ist dieselbe Physik in umgekehrter Richtung. Im Juli fließt kühles Wasser durch den Teppich, und der Boden wird zur Kühlfläche. Keine trockene Klimaanlagenluft, kein Brummen, kein Zugwind. Einfach ein Boden, der angenehm kühl ist.

Ein Gerät. Zwei Jahreszeiten. Null bauliche Veränderung.

Für wen das gebaut ist

Nicht für Eigenheimbesitzer, die sich eine Viessmann-Anlage in den Keller schrauben lassen können. Sondern für die 58 Prozent der Deutschen, die zur Miete wohnen. Für Menschen in Altbauten mit hohen Decken und kalten Böden. Für WG-Zimmer, in denen der Radiator unter dem Fenster vor sich hin gluckert. Für alle, die beim nächsten Umzug ihre Heizung einfach mitnehmen wollen – wie eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank.

Plug and Play. Auspacken, Teppich ausrollen, Gerät einhängen, heizen.

Was noch fehlt

Die einzelnen Komponenten existieren alle. Monoblock-Wärmepumpen fürs Fenster werden millionenfach verkauft. Wasserführende Flächenheizungen gibt es als Dünnschichtsysteme im Bau. Flexible Schläuche, Mini-Pumpen, flache Matten – alles Bauteile, die längst in Serie gefertigt werden.

Was fehlt, ist jemand, der diese Teile zusammensteckt. Der den wasserführenden Teppich so dünn und robust baut, dass man darüber laufen kann. Der die Kupplung zwischen Fenstergerät und Matte so gestaltet, dass sie dicht bleibt, ohne dass man Klempner sein muss. Der das Ganze in eine Kiste packt, die bei jedem Mieter durchs Treppenhaus passt.

Die Technik ist da. Das Produkt noch nicht.